Haus Bergfrieden: Kinder zaubern ein Lächeln in die Gesichter der Senioren

Mutter-Kind-Gruppe besucht regelmäßig das Haus Bergfrieden für ein gemeinsames Kaffeetrinken 
Mehrere Generationen begegnen sich seit wenigen Monaten regelmäßig im Haus Bergfrieden. Beeindruckend ist dabei, dass sich alle Beteiligten – Senioren, Mitarbeiter, junge Mütter und ihre Kinder – schnell an diese Besuche gewöhnt haben und sie nicht mehr missen möchten. Das Angebot soll auch auf die zweite Mutter-Kind-Gruppe der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe erweitert werden. Von dort haben zwei Mamas Interesse bekundet.   
„Die Kinder kommen.“ Altenpfleger Edward Veit vom Begleitenden Dienst braucht nicht mehr als diese drei Worte, um ein Strahlen in die Augen der Bewohnerinnen und Bewohner des Hauses Bergfrieden in Kirn zu zaubern. Dabei überrascht es ihn selbst, dass alle Beteiligten ganz genau wissen, wer damit gemeint ist. Schließlich hat es sich erst seit November vergangenen Jahres zur Gewohnheit entwickelt, dass die Mutter-Kind-Gruppe aus dem Nachbarhaus, ein Angebot der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe, alle 14 Tage den Senioren einen Besuch abstatten.
Gegen 14 Uhr trifft die kleine Gruppe von mindestens drei bis hin zu maximal sechs Müttern ein – begleitet von einer munteren Kinderschar im Alter zwischen drei Wochen und sieben Jahren. Die Mamas bringen frisch gebackene Kuchen mit und die Kinder flitzen um die noch leeren Tische der Caféteria herum. Hannah und ihr Zwillingsbruder Yannis haben immer noch daran zu knabbern, dass sie nicht wie ihr großer Bruder Leon mit „nach unten“ gehen dürfen, um die Senioren nach oben in die Caféteria abzuholen, aber Daniela Schröder, Leiterin der Mutter-Kind-Gruppe, erklärt noch einmal geduldig, dass sie dafür eben auch sieben Jahre alt werden müssen. Das fühlt sich für die Fünfjährige noch viel zu lange an.
„Welchen Kuchen möchtest du denn haben?“, erkundigt sich Hannah gleich darauf Bewohnerin Waltraud Nagel. Zur Beantwortung der Gegenfrage „Welche Kuchen hast du denn?“ springt die Mama ein. Die hält kurz darauf die Luft an, weil sich der kleine Wirbelwind mit einer leeren Kaffeetasse in den Händen sehr schwungvoll umdreht und sie um die Tasse fürchtet. „Nix passiert“, versichert Hannah fröhlich über die Schulter. 
Keiner der Erwachsenen nimmt Anstoß an Lärm, Kindergeschrei und dem sonst im Haus unüblichen Toben. Im Gegenteil. Während sich die Bewohner des Hauses erkundigen, wie es den Kindern geht, die sie mit ihren Namen ansprechen, und neugierige Blicke auf das jüngste Baby in der Runde werfen, erinnert Leon seine Mutter daran, dass er noch ein Bild für eine Seniorin, die nur zeitweise im Haus zu Gast ist, hat, das er ihr unbedingt das nächste Mal mitbringen möchte.   
Der Vorschlag der Leiterin des Hauses Bergfrieden, Martina Christoffel, die Besuche der Mutter-Kind-Gruppe regelmäßig stattfinden zu lassen, war bei Daniela Schröder gleich auf offene Ohren gestoßen. Sie schilderte den Müttern das Projekt und obwohl die einen derzeit in der Schule ihren Abschluss nachholen, die anderen arbeiten gehen und nur wenige auch tagsüber zuhause sind, zeigten sie sich froh über diese neue Aufgabe. Also backen sie vor dem Besuch gemeinsam mehrere Kuchen, bedienen und unterhalten die Besucher der Caféteria. Das sind an den „Kindertagen“ definitiv mehr als sonst.
Die Mamas sind aber auch aus einem anderen Grund gern im Haus Bergfrieden: einige von ihnen möchten Altenpflege lernen und nutzen die Kaffeenachmittage, um sich genauer zu informieren und erste Erfahrungen zu sammeln. Zwei von ihnen sind fest entschlossen, diesen Beruf zu ergreifen und das Team des Hauses Bergfrieden würde sich natürlich freuen, wenn sie diese jungen Menschen im Rahmen der Ausbildung und auch danach in ihren Reihen begrüßen könnten.

Leichte Sprache:
Im Altersheim Haus Bergfrieden wohnen alte Menschen.
Im Nachbarhaus wohnen Mamas mit ihren kleinen Kindern.
Die Mamas besuchen die alten Menschen zusammen mit den Kindern.
Dann freuen sich alle.
Sie spielen zusammen.
Sie gehen spazieren.